Gudrun Foelsche, am 2. August 1938 in Klagenfurt geboren, stets tief mit Kärnten verbunden, seit gut 50 Jahren in Mödling zu Hause, ist am 18. September 2020 verstorben. Seit mehr als 40 Jahren war sie leidenschaftliche Journalistin und Fotografin, davon fast 30 Jahre für die Zeitung NÖN tätig. Einen besonderen Stellenwert hatte für sie Kultur, Altstadterhaltung, Menschen die keine Lobby haben, vor allem Kinder am Rande der Gesellschaft. Für ihr mutiges Engagement hat sie es auch auf sich genommen, manchmal anzuecken und Widerspruch zu ernten. Für den Natur- und Umweltschutz setzte Sie sich mit unermüdlicher Kraft ein. Flora und Fauna in der Region Mödling, vordringlich des Eichkogels waren ihr Herzensangelegenheit. Noch im fortgeschrittenen Alter und trotz gesundheitlicher Rückschläge war Gudrun Foelsche immer wieder auf „ihrem“ Eichkogel unterwegs, um zu forschen, zu beobachten, zu dokumentieren und bei den Pflegemaßnahmen zu helfen. Beim Naturschutzverein Schöffel arbeitete sie lange Jahre engagiert mit. Mag. Gudrun Foelsche war Ehrenmitglied der Österreichischen Albert-Schweitzer Gesellschaft und der NÖ Berg- und Naturwacht und erhielt den Schöffel-Förderungspreis des Landes Niederösterreich. Seit 1979 Mitglied des Bezirks-Museums-Vereins Mödling, fungierte Gudrun Foelsche ab 1982 als Obmann-Stellvertreterin und war 36 Jahre lang fachliche Leiterin des Mödlinger Volkskundemuseums als Nachfolgerin von Dir. Melanie Wissor. Dort hat Sie vieles initiiert und mitgestaltet: Den „Advent im Volkskundemuseum“, der mittlerweile ein Fixpunkt der Mödlinger Weihnachtszeit ist, hat sie 1991 ins Leben gerufen. Wenige Jahre später wurde als zweiter Schwerpunkt im Jahresreigen das „Osterhaus“ „geboren“. Möbel einer Mödlinger Schule aus der Zeit um 1900 konnte Gudrun Foelsche vor der Entrümpelung retten und damit ein historisches Klassenzimmer im Museum einrichten. Auch mehrere Sonderausstellungen mit den Themenschwerpunkten Volkskunde und Naturschutz kuratierte sie. Besondere Freude hatte Gudrun stets am Bauern- oder Hausgarten im Hof des Volkskundemuseums, dem grünen Juwel in der Mödlinger Klostergasse. Die Stadt Mödling verlieh Ihr 2009 für dieses kulturelle Engagement die Goldene Ehrennadel. Mag. Gudrun Foelsche war Vorreiterin eines feministischen Rollenverständnisses als berufstätige Frau und Mutter in ihrer Zeit und ihrem Umfeld. Von ganzem Herzen Familienmensch, zielstrebig und tatkräftig in Beruf und ehrenamtlichem Engagement. Ihrer Familie, Ehemann und Lebensmensch Dietmar, den beiden Kindern, auf die sie so stolz war, und den geliebten Enkelkindern möchten wir unser herzliches Beileid aussprechen. Wir verabschieden uns von einer engagierten Frau, einer treuen Wegbegleiterin und Freundin. Von den zahlreichen Publikationen Mag. Gudrun Foelsches sei an dieser Stelle nur diese kleine Auswahl angeführt: Das evangelische Mödling, Wurzeln und Visionen, 1875 – 2000 Dieses Buch wandert auf den „Spuren einer lebendigen Kirche“. Es führt den Leser durch die 125-jährige Geschichte des Evangelischen Mödlings. Gudrun Foelsche hat die Zeit von 1920 bis1971 dokumentiert. Blütenparadies Eichkogel Einzigartige Pflanzen- und Tierwelt im Nahbereich der Großstadt. Unter Mitarbeit von Manfred A. Fischer und Waltraud Gerdenitsch und unter Verwendung wissenschaftlicher Texte und Bilder aus dem Nachlass von Walter Redl, dem „Retter des Eichkogels“; erschienen 2002 im Heimat-Verlag, Schwarzach. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage mit Co-Autor Dietmar Foelsche, 2005. Das Volkskundemuseum – Spurensuche im Raum Mödling gestern und heute, erschienen in der Schriftenreihe medilihha, Bezirks-Museums-Verein Mödling, 1995 21.09.2020 Monika Chromy, Museum Mödling
Abschied von Gudrun Foelsche
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